Feschn Trenz 2011

Oder Warum ich keine Modekataloge ansehen sollte

Fuchsige Momente, denkt man, wenn man diesen Katalog zur Hand nimmt, luchsige Personen. Wanda wieselt durch die Tür herein. WanDA: 0,3 % Fett i. Tr. Wanda's real name ist Gertie. Gerties Mund steht immer halb offen. Gertie fletscht ihr Bleaching. Gerties Bodyguard ist Heinrich. Heinrich ist peinlich. Heinrich, der die Krawatten trägt bis man Stop schreit. Gertie peitscht Heinrich bis zum Eintritt der Sprossung.

"Heinrick, du befriedigst mir nischt." Heinrich dreht das Whisky-Glas in seinen Händen. Riffelglas. Ochsenblutrote Schuhe trägt Heinrich zu Pumpschissenhosen aus Pumpschissenhausener Sauhüterhosenhaut an Strickjacke, weißem Hemd und dünner schwarzer Krawatte. Gel tropft aus seinem Haar und bildet am Boden eine Lache. Gertie zeigt viel knochige Schulter. Gerties Mund steht halb offen. Gertie flirtet mit ihrem Spiegelbild. Heinrich schaut woandershin, zum Schimmelfleck an der Gardine, zur Wand, wo zahllose, vormals blutgefüllte Mückenkadaver von der Nähe einiger größerer Schlammpfützen und Moorpfühle zeugen, in sein Glas; er findet, er sollte sich allmählich Nachschub organisieren. Heinrich ignoriert Gertie.

Gertie schürzt die Lippen. "Heinrick!!!!!" Heinrich fühlt sich enteiert in einer geschmacklosen Kombination aus Kacki-Strickjacke, Talentwindel und entblößtem Brusthaar. Heinrich betrachtet den Kamin. Heinrich wünscht Feuer zu legen an die haschfarbenen Vorhänge und an Gerties falschen Zobel, aus dem wieder mal ihre Schulter hervorsticht. Gleich wird sie ihn wieder zwingen, seine Lippen auf diese bestimmte Stelle zu drücken. Gleich wird sie wieder so seltsame Schreie ausstoßen. Heinrich fühlt sich einsam.

"Hol schon mal den Wagen, Heinrick!" Gertie reckt ihren nicht vorhandenen Vorderbau im roten Fummel. Doch Heinrich würde lieber "Menschen im Fadenkreuz" lesen oder heimlich alten Omas auflauern, um ihnen über die Straße zu helfen. Heinrich hat Bremsflüssigkeit abgelassen und auch ansonsten alles getan, um dieser Geschichte zu einem guten Ende zu verhelfen.

Gerties blutleere, blutrot beschmierte Lippen verziehen sich zu einem hämischen Grinsen, als sie in den Fischtank blickt. Da schwimmen Hoi, Toi, Loi, Roi, Shmoi, Shmuel und Moshe, die Oi-Karpfen. Dazwischen schwimmt Heinrich, oder zumindest das, was von Heinrich übrig ist, nachdem sich Hoi, Toi, Loi, Roi, Shmoi, Shmuel und Moshe, die im Nebenberuf als Lockfische und Hilfspirhanas für den Mossad im Roten Meer arbeiten, um ihn gekümmert haben.